Etappe 3: Von Hamburg nach München

Tag 16

Sonntag, den 23.07.

Von Hamburg nach Cuxhaven

Nachdem ich den gestrigen Samstag sehr angenehm und entspannt bei Schwager und Schwägerin verbringen durfte ( ich durfte endlich mal wieder ausgiebig duschen und wurde kulinarisch auf das Beste verwöhnt! )ging es heute frisch gestärkt und neu motiviert in die zweite Halbzeit der Zeitreise. Allerdings machte das Wetter nicht mit. Immer wieder Regen auf der Fahrt  von Hamburg nach Wedel  und Glückstadt am Nordufer der Elbe. Von dort setzten wir mit der Fähre über nach Freiburg an der Elbe. Das zweite Freiburg hoch im Norden. Allerdings ein völlig anderes vom Charakter her. Ein kleines, schmuckes Dorf mit einem schon sehr alten Hafen, der durch einen Priel mit der Elbe verbunde ist. Es passen nur eine Handvoll Sportboote hinein und alles geht sehr beschaulich zu in dieser ländlichen Umgebung. Ich suchte den Hafenmeister auf. Dort wo Hafenmeister angeschrieben steht ist die Tür verrammelt. Schließlich finde ich ihn: Er sitzt im Rollstuhl in der Kellerpforte des großen Klinkergebäudes. Hageres Gesicht, schlaksiger Körper, seine Beine machen wohl nicht mehr mit. Aber ganz hellwache Augen und ein breites Lachen machen ihn mir gleich sympathisch. Hans – Heinrich, genannt „Hansi“ erzählt von seinen Erlebnissen hier in Freiburgs Hafen. Die Jacht aus Capetown und das Ehepaar aus Freiburg im Breisgau, das extra hierher gekommen war mit ihrer Jacht, um ihren Heimathafen kennen zu lernen. Wir reichten uns zum Abschied die Hand. Mein Händedruck ist schon nicht ohne, aber der Händedruck dieses rüstigen  Rollstuhlfahrers überraschte mich dann doch: Eine  Seebärentatze!

Cuxhaven. Die Stadt am nordwestlichsten Zipfel von Deutschland. Von dort aus weiter gibt es nur die See. Die Kugelbake an der Elbmündung empfängt die internationale Schifffahrt . Der Jachthafen ist Ausgangspunkt  und Ziel so mancher Weltumsegelung gewesen und ist es immer noch. Wilfried Erdmann z.B. ist von hier  gestartet zu seinen in Seglerkreisen berühmt gewordenen Umrundungen. Viele haben es ihm nachgemacht. Spektakulär sind die Ankünfte hier nach Vollendung der Reise: Ausgangshafen wieder erreicht! Familien, Freunde, Seglerkameraden stehen auf den Stegen als Empfangskomittee. Der Trans-Ocean-Club hat hier seinen Sitz und vergibt Jahr für Jahr die Trans-Ocean-Medaille für die anspruchsvollste seglerische Leistung bei diesen Törns einmal rund.

Gleich nebenan liegt eine der 59 hochseetüchtigen Rettungsboote  der DGzRS, ausgeschrieben „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ , die „ANNELIESE KRAMER“ mit ihrem Tochterboot „MATTHIAS“ huckepack. Die Gesellschaft finanziert sich haupsächlich aus Spenden, wer hat nicht schon einmal das kleine Spendenschiff auf einem Bartresen gesehen, und hat sich zur Aufgabe gestellt, in Seenot geratene Schiffe und deren Besatzungen vor der deutschen Nord- und Ostseeküste zu retten. Von der Nähe betrachtet, sieht man erst, was für kolossale Rettungsschiffe das sind und man spürt geradezu ihre Kraft der mehrere tausend PS starken Motoren, die sie auch brauchen, um gegen Wind und Welle  zu den in Not geratenen Schiffen zu kommen.

In Duhnen ist der Kurgast wieder König. Der kleine Vorort liegt etwas südlich von Cuxhaven und ist ausschließlich auf den Fremdenverkehr eingestellt. Schicke Hotels, Parkanlagen, jede Menge Restaurants und Kneipen mit modernem oder, wenn man will auch mit friesländischen Ambiente – jeder Tourist und Gast kommt hier auf seine Kosten.  Natürlich auch hier wie an der Ostsee wieder der kostenpflichtige Strand mit seinen obligatorischen Strandkörben. Sehr pittoresk wirken diese auf der grüner Wiese  in der Grimmershörnbucht östlich der Kugelbake.

Fotos: Hamburg Hochallee, auf der Fähre, Strandkörbe in der Grimmershörnbuch, Seenotkreuzer der DGzRS, Hafenmeister Hansi

Tag 17

Montag, den 24.07

von Cuxhaven nach Tarmstedt

Tarmstedt? Wo liegt das denn? Warum denn Tarmstedt?

Um die zweite Frage vorweg zu beantworten: Mein Neffe und seine Frau Erika leben dort und die Beiden wollte ich gerne besuchen, weil ich noch NIE zu Besuch in Tarmstedt war.

Und zur Frage 1:Bildschirmfoto 2017-07-24 um 17.20.59

Eigentlich wunderschön gelegen, mit weiten Weiden, Baumalleen, Seen, aber ein bisschen ab vom Schuss.

Auf dem Weg dorthin komme ich durch Flögeln ( Mein Vater hätte jetzt gesagt: “ Möchte nicht wissen, was die für das erste „L“ gezahlt haben…) . Bei Flögeln liegt der Flögelner See , der ein Überbleibsel der letzten Eiszeit ist. Drumherum ist das Geestland, auch geprägt von der Eisdecke der Eiszeit, kleine Hügel als Endmoränen und die Seen verlanden immer mehr und werden zu Mooren. Diese wiederum sind ein Paradies für die Flora und Fauna. Seltene Vögel brüten dort und ebenso findet man jede Menge Glazialrelikte, also aus der Eiszeit übrig gebliebene und noch existierende Pflanzen. Die dünne Besiedlung der Gegend ist natürlich ein Plus für den Erhalt dieser natürlichen Landschaften, auch wenn die Landwirtschaft mit der Viehzucht hier als Haupterwerbsquelle genutzt wird.

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Ich fahre durch wunderschöne Alleen in Richtung Süden. Es geht also wieder nach Süden und ich hoffe, dass es damit auch wieder wärmer wird und die Sonne wieder mehr zum Vorschein kommt – doch weit gefehlt. Die letzten 30 Kilometer fahre ich durch sturzbachartige Regenfälle, so, dass ich zeitweise anhalten muss, weil die Straße komplett überschwemmt war. Sommer ? Fehlanzeige! Angekommen bei meinem Neffen darf ich den Bulli in den Carport stellen. Das hat er sich verdient der Arme, der heute zum Schluss als Amphibienfahrzeug unterwegs war.

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Ob es morgen weitergehen wird, mache ich vom Wetter abhängig. Regnet es weiter, dann gönne ich mir und meinem Bulli noch einen Tag Regenpause.

Tag 18

Dienstag, 25.07.

Tarmstedt Regenpause

Tag 19

Mittwoch, 26.07.

Von Tarmstedt nach Düsseldorf

Von Ulf und Erika mit Kaffee und Brotzeit versehen und nach herzlicher Verabschiedung haben wir uns heute morgen um 1015 auf den Weg gemacht. Die Straßen waren trocken, nachdem es in der Nacht nochmals heftig geregnet hatte.

Heute haben wir Kilometer gemacht! Durch die Regenpause gestern waren wir etwas im Verzug und so haben wir den Stoppover in Münster gecancelt und sind durchgestartet direkt an die Rheinterrassen von Düsseldorf.  Wir haben diesmal nicht die Bundesstraßen benutzt , sondern sind fast nur Autobahnen gefahren. Immerhin sind wir heute 339 Kilometer gefahren in 5 Stunden – eine stolze Leistung des Bullis ( mit freundlicher Unterstützung der großen Bullis und deren Windschatten ), Das war Streckenrekord! Außerdem haben wir unseren 2000 Zeitreisekilometer heute hinter uns gebracht. Die Logge steht auf 2232 Km!

Der Stellplatz hier direkt am Rhein vor dem Kunstmuseeum und in unmittelbarer Nähe zur  Altstadt liegt sehr schön. Man hat Blick auf den Rhein und die vorbeifahrenden Schiffe, man sieht die Skyline der Rheinbrücken und es ist nicht weit zum Füchslebier und zur KÖ, DER Einkaufsstraße Düsseldorfs. Natürlich habe ich das gleich alles ausprobiert mit dem Fahrrad und finde Düsseldorf wunderbar. Ein toller Mix aus Grünanlagen, alten und neuen Gebäuden. Die Königsallee hält wirklich, was ihr Ruf verspricht: Eine mondäne und teure Einkaufsmeile.

Video: Tarmstedt von oben:

 

Fotos: Stellplatz, Rheinufer Düsseldorf

Tag 20

Donnerstag, 27.07.

Von Düssedorf nach Koblenz

Überraschend ruhig die Nacht an der Promenade. Einzig der ein oder andere Diesel der vorbeifahrenden Schiffe verursachte eine merkwürdige Resonanz, so dass man meinte, der ganze Bulli vibriert mit dem Schiffsmotor – eigenartig.

Um 0930 gehen wir Anker auf und motoren durch die City, anschließend, so gewollt, auf Bundesstraßen gen Süden. Spätestens in Bonn hatte ich diese Entscheidung bereut. Es lief nämlich nicht smooth, wie erwartet, sondern war ein ewiges Stop and Go zwischen Ampeln. Anfahren ( von 0 auf 50 in 30 Sekunden..) und kaum war man auf Tempo, schaltete die nächste Ampel schon wieder auf Rot, also wieder abbremsen, runterschalten und anhalten. Und dann das Ganze wieder von Vorne. Gefühlt habe ich heute so mindestens 1000 Ampeln passiert. Ätzend. Einzig das Wetter blieb trocken – noch.

In Köln bummelten wir so die Rheinpromenade entlang, zuckelten gen Bonn und dort erlebten wir die zähste Stadtdurchfahrt ever. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass ich mit dem Fahrrad schneller durch die City gekommen wäre , als mit dem Bulli. Ich gucke ins Navi und ändere die Option „Autobahnen vermeiden“, und siehe da. auf einmal läuft’s , wir fahren die B 9 durchs wunderschöne Rheintal und nähern uns deutlich schneller als zuvor dem Etappenziel Koblenz.

150 Km waren heute  zu bewältigen, und dafür brauchten wir mit Pausen 6 Stunden. Die Entdeckung der Langsamkeit.

Koblenz. Deutsches Eck. Sehr deutsch hier. Die Fahnen, die Mauern, die Wehranlagen, das Deutschgefühl. Wir checken auf dem Knaus Campingpark gegenüber dem Deutschen Eck ein. Er hat mich schon von Frickenhausen im System. Interessant. Ich bekomme den Platz 100, preisgünstig und extra für Bullis. Sehr interessant. Trotzdem sind gleich im Voraus 22.- Euronen fällig inkl.Strom und Duschen – das ist zumindest fair. Am Rheinufer kostet es 55.- . Das ist nur was für Leute, die ihren Nationalstolz durch den Anblick des Ecks ausleben wollen – und es sich leisten können. Porsche Cayenne mit Wohnanhänger. Der Wohnwagen ist ein Ami und ist komplett in glänzendem Stainless Steel  und in Torpedoform gebaut und heißt „Airstream“. Und er ist mindestens genauso teuer wie der Porsche als Zugfahrzeug.

Ich lasse das Eck „links liegen“ und radele entlang der Mosel nach Güls. Dort will ich einen alten Freund besuchen, den ich schon mehr als 20 Jahre nicht gesehen habe. Überraschung birgt wieder Risiko, doch diesmal habe ich Glück: Er ist da und freut sich, mich zu sehen. Wir haben uns viel zu erzählen, klar, 2 Jahrzehnte sind kein Pappenstiel. Familie, Kinder, Geschäft, alte Bekannte – nachdem wir alles durchgehechelt haben geht es wieder zurück zum Campingplatz. Ich werde den Abend gemütlich bei einem Bierchen und einem warmen Essen im campeigenen Restaurant beenden. Mit Blick aufs Eck natürlich.

Fotos: Am Deutschen Eck, bei Linz am Rhein, Cayennne-Airstream

Tag 21

Freitag, den 28.07.

Von Koblenz nach Wertheim

Mein Navi ( google maps ) war heute nicht immer ganz auf der Höhe meiner Position. Ich habe mir geholfen und bin nach alten Kartenregeln gefahren. Immer der Nummer der Bundesstraße nach, kann man (fast) nichts falsch machen. So bin ich die 9 am schönen Rhein runter, über St. Goar und die Lorelei, herrlich zu fahren, war wenig Verkehr und so konnten wir bummeln, mein Bulli und ich. Ab Bingen wurde es dann wieder etwas stressiger, weil ich die Ballungszone um Frankfurt per AB umfahren wollte. Ständige 95 auf dem Tacho waren da schon  notwendig, um die Brummis nicht mit der Bullislowmotion zu nerven. Ab Darmstadt wurde es dann wieder ruhiger und ich zockelte durch den wunderbar grünen Odenwald über Michelstadt an den Main, wo es dann unter malerischen Burgen entlang nach Freudenburg (!)  ging, und da standen die drei pissenden Männer aus Bronze. Es war sehr unterhaltsam zu sehen, wie die vorwiegend männlichen Touris zum Gruppenfoto daneben stellten , natürlich in entsprechender Haltung. Die fotografierenden Frauen lachten sich eins ins Fäustchen , weil sie dachten, dass im Pinkelwettbewerb ihr Gatte mit Sicherheit den Kürzeren (!) gezogen hätte.

In Wertheim am AzurCamping angekommen ( sehr großzügige Anlage, 21 Euro inkl. ) ließ ich die Drohne mal ausfliegen ( Video, leider unscharf…? )

Dann ging es aufs Fahrrad und nach Wertheim selbst in die Altstadt und hinauf auf die Burg, von wo man eine phantastische Aussicht auf das Maintal hatte. Das Kraxeln hatte sich gelohnt.  Heute Abend werde ich mir beim platzeigenen Koch ein paar in Knoblauch gebratene Gambas mit einem trockenen Weißwein gönnen. Hmmmh!

Fotos: 3 Männekenpiss, Camping Azur, Burgsicht und Porsche in St. Goar an der Fähre

Tag 22

Samstag, den 29.07.

Von Wertheim zum Brombergsee in Franken

Heute war Drohnenflugtag, auch, wenn es ein wenig windig war. Die Aufnahmen wurden dadurch etwas verwackelt. Ein Followmefilm ist auch dabei, aber man sieht deutlich, dass ohne die Gimbal-Ausgleichbewegungen das Ergebnis zu wünschen übrig lässt. Ohne Gimbal geht sowas nur bei Windstille.

Wir sind um 0930 von Wertheim los. Erst noch den Main entlang, dann rechts ab in die Hügel des Main-Tauber-Hinterlandes. Immer Hügel rauf ( 2. Gang, 40 km/h ) und dann wieder runter rollen ( ohne Gang, 90 km/h ) . Unten im Tal meistens ein kleines Dorf, eingebettet in weite Kornfelder und kleine Wäldchen. Eine reizvolle Landschaft.
Aber wir, der Bulli und ich, waren dann doch froh, als wir die B 13 erreicht hatten und die Kraxelei ein Ende hatte. In Ochsenfurt kreuzten wir dann unseren Ausgangskurs: Wir waren wieder in der Mitte der Acht bei Ochsenfurt!

Ab da ging es wieder mit gleichmäßigem Speed bei 80 – 90 km/h über die Bundesstraße 13 bis Ansbach. Von dort dann weiter nach Roth bei Nürnberg. Dort in der Otto von Lilienthal – Kaserne machte ich meine Grundausbildung bei der Bundeswehr. Das war vor 46 Jahren! Wir statteten der Kaserne unseren Besuch ab. Die Wache am Eingang war wenig beeindruckt von meinem Statement. „So was hören wir öfter!“ war die lapidare Antwort.

Eigentlich wollten war hier Etappenschluss für heute, aber ich entschloss mich spontan doch noch eine halbe Stunde weiter zu fahren an den Großen Brombergsee und dort nach Ramsbach auf den Wohnmobilstellplatz. Mit Glück konnten wir dort den letzten (!) Platz ergattern. Die obligate Radtour am See antlang zeigte, wie hoch die Infrastruktur für den Seetourismus hier gediehen ist. Da kann sich der Schluchsee eine Scheibe von abschneiden! Großzügigste Liegewiesen, ein riesiger Strand, diverse Restaurants , Duschen, WCs, zwei Jachtclubs mit Clubhäusern und eine Marina mit ca. 350 Liegeplätzen, sowie allen Einrichtungen zum Slippen und Kranen für Boote bis 5 Tonnen. Eindrucksvoll!

Leider sind die Liegewiesen komplett verseucht mit Tretminen! Trotz des Hundeverbotsschildes überall. Man muss aufpassen, wo man hintritt, und ob es ein Vergnügen ist, sich neben der Hundescheiße  in die Sonne zu legen , kann ich mir nicht vorstellen.

Heute waren es knapp 200 Kilometer. Morgen geht es dann weiter über Ingolstadt nach München.

Fotos:  Am Kreuz der Acht in Ochsenfurt, Vor der Kaserne, vor dem großen Tor…, Am Brombergsee, Bulli und Windrad

Tag 23

Sonntag, den 30.07.

Von Weißenburg nach München

Weißenburg? Waren wir gestern nicht in Ramsbach am Brombergsee zuletzt?

Ja. Waren wir. Bis zum Moment, wo die TechnoParty am nahegelegenen Beachclub losging, die angekündigt bis nachts um 0300 gehen sollte.

Wie gut, das wir im Bulli unterwegs sind. Stühle zusammengeklappt, Hochdach runtergelassen, Strom ausgestöpselt, Zündschlüssel gedreht – und schon waren wir wieder ontheroad und haben diesem sehr ungastlich gewordenen Stellplatz den Auspuff gezeigt.

20 Km weiter fanden wir dann das Gegenteil: Eine Oase der Ruhe an einem Angelweiher, ein kleiner, feiner, privater Campingplatz unter hohen Bäumen und mit Blick in die untergehende Sonne. Endlich. Stühle raus , Dach hoch, Ankommbier. Wir waren in Weißenburg.

Über die Etappe von Weißenburg nach München gibt es nicht viel zu berichten, außer, ja, außer dass es Sonntag morgens wunderbar zu fahren ist auf Bayerns Straßen. Vati ist noch im Bett, Mutti ist mit dem Fahrrad Brötchen holen und die Kinder decken den Frühstückstisch. Oder etwas später: Die ganze Familie ist in der Kirche. Auf der Straße: Gähnende Leere. Die Bundesstraße gehörte mir ganz alleine!

In München: Dichter Verkehr. Meine Navigationsassistentin führt mich sicher zum Campingplatz Thalkirchen an der Isar. Ich unterhalte mich mittlerweile mit ihr. Leider gibt sie mir auf meine Fragen nicht die passenden Anworten. Siri ist da schon einfallsreicher. Wahrscheinlich wird es Zeit, dass ich mir meiner lieben Frau mal wieder direkt kommuniziere. Ein rüstiger Rentner empfängt mich sehr freundlich am Empfang. 78 und kein bißchen müde. Im Gegenteil. „Stell dich hin, wo du willst!“ war seine freundliche Einladung. Allerdings ist München ein teures Pflaster: 28 Euro!!

Dann wieder aufs Radl g’schwunga und in diennur 4 Km entfernten „Millauerweg“ geradelt. Den musste ich sehen! Ein kurzer , aber mit sehr teuren Häusern geschmückter Seitenweg in Sendling. Und da stand sie , die „Millauervilla“. So heißt sie wirklich und die qm Preise für die Eingentumswohnungen bewegen sich um die 5800 Euro. Jaja, die Millauers.

Der Tierpark Hellabrunn war eine glatte Enttäuschung. Alle Tiere ruhten irgendwo im Mittagsschlaf und glänzten durch Unsichtbarkeit. Eine Giraffe, ein Steinbock und eine junge Entenschar – sonst gab es nichts lohnendes zu fotografieren. Immerhin, als Journalist mit Presseausweit hatte ich freien Eintritt. Ansonsten: 22.- Euro. Auch ein stolzer Preis für nur Grün ohne Tier.

Interessant auf der Heimfahrt dann die Isarwellensurfer. Links und rechts der Welle stehen sie Schlange, um 10 – 20 Sekunden zu surfen und sich dann nach hinten in den Abfluss fallen zu lassen, aus dem sie dann 20 m weiter wieder raus klettern, um sich gleich wieder anzustellen für den nächsten Ritt. Die vielen Zuschauer drumherum applaudieren bei besonders gelungenen Stunts.

Die dritte Etappe ist zu Ende.  Nun sind es noch drei bis zum Ende der Zeitreise. Gedanken dazu im neuesten Blogbeitrag.

Fotos: Junge Enten, Grillen und chillen am Isarufer, Surfer auf der Welle, myway

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Ein Gedanke zu “Etappe 3: Von Hamburg nach München

  1. Das ist ein traumhaftes Photo von dem lieben Bulli❤️

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