Etappe 4: Von München nach Sexau

Tag 24

Montag, den 31.07.

Von München nach Bad Feilnbach

Ein Katzensprung südlich von München liegt Bad Feilnbach. Insoweit nichts besonderes, wenn dort nicht der Name „Millauer“  so gebräuchlich wäre wie andernorts Schmid oder Müller. Laut Telefonauskunft sind von den 85 Einträgen  mit dem Namen „Millauer“ deutschlandweit allein 34 in Bad Feilnbach! Grund genug für mich, dorthin zu fahren, um mal ein Paar Nachforschungen anzustellen.

Und wie war mein Plan? Ich googelte „Millauer und Bad Feilnbach“ und nahm die erste Adresse als Ziel, wenn man von der Autobahn bei Bad Aibling abbiegt.

Diese Adresse war der Ferienbauernhof von Lisa Millauer. Ich bog ab, überraschte die Familie beim Frühstück und wurde prompt dazu eingeladen. Ein toller Anfang! Nach lockerem Plausch über meine Ziele und den Infos, die ich von Lisa über die Millauers in Bad Feilnbach bekam, ging es wie folgt weiter: Ich machte ein Selfie von uns beiden und ließ mir von ihr den nächsten Millauer empfehlen. Und so ging ich sie durch. Zuviel des Guten, wenn ich jetzt jeden hier durchhecheln würde. Schaut Euch das Foto an, von meinen Millauer-Begegnungen.

Tag24_wordpress

Von links oben nach rechts unten: Lisa, Anna, Josef und Georg. Mit allen bin ich nicht verwandt oder verschwägert und habe sehr nette Gespräche geführt! Danke nochmal Euch allen, die sich darauf ein gelassen haben.

Etwas Besonderes ist, dass die Kirche in Litzldorf, das ist ein Ortsteil von Bad Feilnbach, von einem gewissen Abraham Millauer gebaut worden ist im Jahr 1708. Unter den Millauers, dies war mir bekannt, waren viele gute Kirchenbaumeister, wie eben dieser Abraham. Eine Gedenktafel erinnert an ihn.

 

Die Landschaft hier ist typisch bayrisch idyllisch malerisch. Man kann sie nicht anders beschreiben. Wiesen, Kühe, kleine Dörfer, sanfte Hügel, alte Bauernhäuser , die alle mit wunderschönen Blumen an den Balkons geschmückt sind. Sehr lieb anzuschauen.

Tag24_wordpress5.jpg

Ich hatte mir kurz überlegt auf der Hofer Alm um einen Stellplatz für die Nacht nachzufragen, aber nachdem der Deal mit dem blaugelben Sonnenschirm nicht zu stande kam ( er hätte perfekt zum Bulli gepasst…) bin ich dann doch ins Tal gerollt und zu Kaisers Ferienresort vor den Toren von Bad Feilnbach. Ein Megaplatz mit allem, was man als Camper so braucht, bis hin zur Hundedusche ( das hatte vorher noch keiner!)
Frau Lietke am Empfang beeindruckte durch ihre ausgesuchte Freundlichkeit und ihre Bereitschaft, mir sogar einen Rasenstellplatz zu geben. Vielleicht war sie aber auch durch meine Visitenkarte ein wenig beeinflusst worden…. 19 Euro/Nacht alles inkl. , das ist ok.

Tag25

Dienstag, den 01.08.

Von Bad Feilnbach nach Baindt/Ravensburg

Um 0900 ging es auf die Straße in Richtung Westen und damit endgültig in Richtung Heimat.

Den ersten Stopp machten wir in Miesbach, auch dort gibt es einen Millauerweg. Er liegt direkt an der Route, so war kein Umweg nötig, und es hätte sich auch nicht gelohnt. Einzig das Straßenschild mit dem Bulli darunter war den kurzen Halt wert.

Dann weiter über die B 472 durch das landschaftlich besonders schöne Alpenvorland. Immer wieder hatte man tolle Blicke auf die Kulisse der Alpen. Vorbei an Bad Tölz und weiter nach Schongau. Das ruhige Wetter war ideal für Drohnenflüge. Also habe ich unterwegs mehrere Male an geeigneten Stellen angehalten und den Vogel ausgepackt. Die Aufnahmen wurden gut, die Stellen war gut gewählt, nur halt das Verwackeln stört beim Betrachten.

Hinter Kaufbeuren schlug mir der Navi dann wieder ein Abkürzung vor und ich ließ mich darauf ein. Passstraße , eng, kurvig, 17 % rauf und runter, da musste der Bulli ganz schön schnaufen. Zwischen Isny und Leutkirch kamen dann diverse Umleitungen dazu, die der Navi nicht kannte und es wurde kartographisch etwas verwirrend. Irgendwie landete ich dann auf dem Weg nach Bad Wurzach im Schloss Zeil – ein Zufall und ein Guter! Ich aß in der Schlosswirtschaft wunderbaren Kaiserschmarrn, spazierte durch die schön angelegten Schlossgärten und machte auf dem englischen Rasen eine kurze Siesta. Hatte sich der Umweg mal wieder gelohnt.

Heiß war es im Cockpit. 37 Grad und man tat gut daran in Fahrt zu bleiben, weil die buseigene Klimaanlage, bestehend auch dem seitlichen , dreieckigen Drehfenster, nur funktioniert, wenn Fahrtwind herrscht.

Gegen 1530 kam ich bei meinen Freunden in Baindt an ( welches ein Ortsteil von Ravensburg ist). Natürlich gab es viel zu erzählen von meiner Reise und der Bulli hatte mal wieder im Carport ein Dach über dem Kopf! Lohnte sich auch bei den heftigen Gewittern, die in der Nacht über uns hinweg gingen.

Tag 26

Mittwoch, den 02.08.

Von Ravensburg nach Sexau

Die letzte Etappe! Noch ein Tag unterwegs, dann bin ich wieder zu Hause, am Ausgangspunkt meiner Zeitreise. Hoffentlich geht auch heute alles glatt, so wie an den vorangegangenen 25 Tagen.

Über Markdorf mit der verkehrsberuhigten Zone 30 ( Vorsicht Blitzer! ) geht es nach Meersburg, von dort auf die Fähre und nach Konstanz. Nach der Elbüberquerung nun also auch eine „Seeüberquerung“ über den Bodensee. In Konstanz treffe ich meine Tochter Katharina, die dort gerade voll im Prüfungsstress steht in ihrem Jurastudium. Aber auf einen Kaffee kann ich sie vom Paragraphenpauken loseisen. Danach hat der Bulli nochmal eine anstrengende Etappe über den Schwarzwald vor sich. Ich muss mehrere Pausen einlegen für den älteren Herrn, weil bei einer Außentemperatur von 32 Grad die Öltemperatur beim Bergauffahren schon einmal über 120 Grad ansteigt. Eine Pause nutze ich auf dem Aussichtsberg Wartenberg bei Geisingen für einen Drohnenflug.

Kurz hinter Löffingen biege ich dann rechts ab nach Friedenweiler auf eine Nebenstraße. Die Schlange hinter mir drohte zu lang zu werden und ich sah schon das Weiße in den Augen des LKW-Fahrers hinter mir, als ich mit nur 40 km/h die Anstiege bewältigte. Über Friedenweiler hatte mein Bulli und ich dann Ruhe vor der Hetze und wir störten niemand auf der wenig befahrenen Straße, wenn wir gemächlich den Berg  hinauf fuhren. Kurz vor der Neustadter Brücke dann wieder zurück auf die B 31, denn nun ging es bergab und im Leerlauf mit dem Bulli – horridooo – auf 95 km/h beschleunigt! Auch das Höllental hinab ging es ohne Gang – so spart man Sprit! Auf den letzten 400 Kilometern brauchte der Bulli nur 36 Liter Super, das ist mal wieder – super! Noch durch Freiburg durch und dann war es geschafft, wir bogen in den heimatlichen Buchholzer Weg ein. Kein Empfangskomittee, damit hatten wir auch nicht gerechnet, ein verlassenes, aber wohlvertrautes Zuhause erwartete uns ( meine Frau war bei der Arbeit) und so unspektakulär ging die Zeitreise zuende , wie sie begonnen hatte. Still und ganz für uns, den Bulli, den Bullibär und mich.

3460 Km in 26 Tagen durch 12 Bundesländer.

 

Advertisements